Morimond

Die Abtei Morimond, Champagne -Ardenne (Dép. Haute-Marne), wurde um 1117 als vierte Tochter von Cîteaux gegründet. In der Mitte des 12. Jahrhunderts erhob man das Kloster wegen seiner zahlreichen Tochtergründungen im deutschen und mitteleuropäischen Raum zur vierten Primarabtei des Zisterzienserordens.

Das aufstrebende Kloster besaß bis 1198 bereits 12 Wirtschaftshöfe. Innerhalb der Klostermauern blieb Morimond allerdings – auch aufgrund des Baus der Bewässerungssystems – bis zur Weihe der zweiten Abteikirche 1253 eine stete Baustelle. Ende des 14. Jahrhunderts konnte sich die Abtei nochmals vergrößern und den Besitz von Kloster Belfays einverleiben.

Morimond wurde 1439 und bis 1678 wiederholte Male geplündert. Das 18. Jahrhundert stand somit ganz im Zeichen des Wiederaufbaus, der mit der Französischen Revolution ein jähes Ende fand. 1791 verließen die Mönche endgültig das Kloster.

Die Kulturlandschaft, die die Mönche im Laufe von mehr als sieben Jahrhunderten geschaffen hatten, ist noch heute erkennbar. Der teils erhaltene Klosterwald bildete die Grenzzone zwischen dem Königreich Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich. Der Wald und das einst abgelegene Tal des von den Mönchen regulierten Flusses Flambart spiegeln das zisterziensische Landschaftsideal wider. Von den Grangien, die im Mittelalter die Landschaft prägten, wurden im 18. Jahrhundert viele wiederaufgebaut. Die Wirtschaftshöfe in den Landschaften der Vôge und des Barrois sind entweder heute immer noch funktionsfähige Wirtschaftsgüter oder wurden zu Dörfern zergliedert. Sie waren umgeben von den sich gegenseitig ergänzenden Wirtschaftsflächen des Klosters in Form von Wiesen, wechselnd genutzten Äckern und Weinbergen.

Seit der Revolution haben Krisen und der agrarische Strukturwandel (Reblaus, agrartechnischer Fortschritt, Niedergang des ländlichen Raumes allgemein) erhebliche Veränderungen gebracht. In Folge dessen wurden Weinberge zugunsten von Wald oder Weideflächen aufgegeben, Wiesen wurden durch Drainage oder durch agrarpolitische Vorgaben umgewandelt, die Mühlen mit ihrer veralteten Technik aufgegeben und die ursprüngliche Parzellenstruktur durch Zusammenlegungen und Flurbereinigungen verändert.