Waldsassen

Um das Jahr 1133 gründete Markgraf Diepold III. das Kloster Waldsassen und stattete es mit umfangreichen Klosterwaldungen (Stiftsberge) aus. Den Gründungskonvent bildeten Zisterziensermönche aus Volkenroda.

In dem schwach besiedelten Gebiet bildete sich durch Rodungen eine geschlossene hochmittelalterliche Siedlungslandschaft mit planmäßig angelegten Dörfern und Fluren heraus. Die klösterliche Politik der Bestandswahrung förderte die Ausbildung von Vierseithöfen, die das Stiftland bis heute prägen. Um das Kloster Waldsassen entstand ein System von Klosterhöfen mit umgebender Großblockflur, von denen einige erhalten sind.

Besonders landschaftsprägend war in Waldsassen die Fischzucht: Die Mönche bauten zusammen mit Bauern und Ackerbürgern hier eines der größten Teichgebiete in Europa aus.

Nach der Reformation war das Stiftland über drei Generationen evangelisch-lutherisch, das Kloster Sitz eines kurpfälzischen Pflegamtes. Mit der Besiedlung durch Zisterzienser aus dem Kloster Fürstenfeld und der erneuten Erhebung zur Abtei begann Ende des 17. Jhs. eine zweite Blütezeit, die in eine rege Bautätigkeit mündete. 1803 wurde das Kloster aufgelöst, ab 1864 als Zisterzienserinnenkloster wiederbelebt und 1925 abermals zur Abtei erhoben.

Die durch einen Stationsweg mit dem Kloster verbundene Wallfahrtskirche Kappl mit ihren Blickbeziehungen bis Böhmen ist äußerst landschaftswirksam. Im Stiftland wurden seit der Barockzeit in einer außergewöhnlichen Dichte Wallfahrtsstätten, Dorfkirchen, Wegkapellen, Marterln und Bildstöcke (Stiftlandsäulen) errichtet, sodass eine regelrechte Sakrallandschaft entstand.