Klosterlandschaften

Waren die Zisterzienser Landschaftsgestalter?

Das Projekt „Vielfalt in der Einheit – Zisterziensische Klosterlandschaften in Mitteleuropa“ untersucht Klosterlandschaft als Kulturlandschaft, die durch das Wirken der zisterziensischen Mönche im Mittelalter und in der Neuzeit entstanden ist.
Dabei dienten sogenannte Kulturlandschaftsinventarisationen (KLI) der sechs Klosterlandschaften auf der Basis einheitlicher denkmalpflegerischer Erfassungsmethoden der vergleichenden Analyse von übereinstimmenden und divergierenden Landschaftsprägungen durch die Klöster. Die  KLIs stehen hier zum Download zu Verfügung. Sie bestehen jeweils aus einer Karte, einem Bericht und einem Elementekatalog.

  • Morimond
  • Ebrach
  • Rein
  • Waldsassen
  • Zwettl
  • Plasy

Grundlage der Vergleichbarkeit war dabei die Gründung der Abtei in der frühen Blütephase des Ordens in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts, d.h. zum Zeitpunkt der strukturbedingt höchsten Raumwirksamkeit der Zisterzienser durch das Prinzip der Eigenwirtschaft. Dem gegenüber stand die Untersuchung der lokalen Diversität in der Prägung. Diese äußert sich in der Anpassung zisterziensischer Idealvorstellungen an lokale Determinanten wie Boden, Klima, Herrschaft. Eine zweite Zeitschicht der signifikanten kulturlandschaftlichen Prägung ließ sich in der Neuzeit festmachen und manifestiert sich in der zweiten Blütephase der Zisterzienser nach der Gegenreformation.

Die Aspekte der Vielfalt und Einheit in der Erscheinungsform der Landschaft und landschaftsprägenden Elemente werden durch sechs simultane Ausstellungen, eine Fachtagung und Bildungsprogramme an den sechs Partnerorten gezeigt sowie durch Veranstaltungen und touristische Angebote erlebbar gemacht. Führungen, Wanderungen, Radtouren und Wegführungen sollen in die „Neuentdeckung“ der Landschaft als Klosterlandschaft ermöglichen.