Altenberg

Gründungsdatum: 1133 (Ordnungsnummer 70 n. Janauschek)

Auflösungsdatum: 1803

Filiation/Mutterkloster: Kloster Morimond

Tochterkloster: Kloster Mariental (1143), Kloster Łekno (1143) und 6 weitere Klöster

Die direkt aus Morimond gegründete Abtei Altenberg liegt im Dhünntal nordöstlich von Köln. Ihre historische Kulturlandschaft ist bis heute durch viele Elemente und Strukturen gut erhalten. Dem Wasser kam als Antriebskraft für Mühlen und Grundlage für die Fischwirtschaft eine große Bedeutung zu. Die Altenberger Wirtschaftshöfe hatten eine für diese Zeit außerordentliche Größe und waren über den Kölner Stadthof mit der bedeutendsten Handelsstraße verbunden.

Die Klosterlandschaft Altenberg im Bergischen Land umfasst ein Areal von großem historischen Zeugniswert, umgeben von Nutzungssystemen in einem Mittelgebirge. Kennzeichnend sind Täler mit günstigen hydrologischen Voraussetzungen. Es bestanden räumliche Beziehungen zu Stadthöfen im Rheinland, insbesondere in Köln und einem sehr weitreichenden europäischen Wirtschaftssystem.

1133 gründeten Zisterziensermönche aus Morimond ein Tochterkloster. 1145 verlegten sie ihr Kloster an die Dhünn. Bewaldetes Land wurde gerodet und die Wald- und Offenlandverteilung ist bis heute ein Charakteristikum. Zahlreiche Grangien versorgten die Klosteranlage. Altenberg gründete Filitationen in Osteuropa.

Nach der Säkularisation 1803 wandelten sich die Nutzungen. Der Ruine des Kirchenbaus verlieh die Romantik eine neue Bedeutungsebene, die in Darstellungen der Düsseldorfer Malerschule festgehalten ist. Seit dem Wiederaufbau 1836-47 wird der Dom simultan genutzt.

Im europäischen Kontext ist Altenberg ein Beispiel für die zisterziensischen Prinzipien der Standortwahl und anschließender „stabilitas loci“ in der spirituellen Idee vom Ganzen. „Ora et labora“ verbinden sich in einem kulturlandschaftlichen Gefüge, das bis heute ablesbar ist und zugleich ein immaterielles Kulturerbe darstellt.

Die kleinräumig isolierte Lage in einem großräumig wirtschaftsstarken Raum ist eine Besonderheit. Bemerkenswert ist die Nutzungskontinuität als Bildungsstätte und Ort der Musik sowie der romantischen Wahrnehmung. Heute ist Altenberg ein Ankerpunkt regionaler Identität mit hohen Besucherzahlen.

http://www.altenberger-dom.de/