Velehrad

Gründungsdatum: 1205 (Ordnungsnummer 547 n. Janauschek)

Auflösungsdatum: 1784, 1890 – 1950, Wiederbelebung 1990

Filiation / Mutterkloster: Morimond-Ebrach / Kloster Plasy

Tochterkloster: Kloster Smilheim

Im Jahr 1205 gründete Markgraf Vladislav Jindřich das erste mährische
Zisterzienserkloster am linken Ufer der Salaška. Das Kloster erhielt seinen Namen nach dem alten Zentrum Großmährens, Weligrad, und sollte die Grablege der Markgrafen von Mähren werden. Velehrad liegt im südlichen Teil des Naturparks Marsgebirge (Chřiby). Die Höhenzüge rund um den Naturpark bestehen aus Ton und Sandsteinfelsen und sind mit dichten Laubwäldern bedeckt.
Die fünfschiffige romanische Klosterkirche Mariä Himmelfahrt wurde im Jahre 1228 in Anwesenheit des tschechischen Königs Přemysl Otakar I. feierlich eingeweiht. Nachdem das Kloster während der Hussitenkriege durch Brand zerstört wurde, erfolgte zwischen 1587 und 1592 unter Abt Eckardt von Schwoben der Wiederaufbau. Erneut wurde es während des Dreißigjährigen Krieges und 1681 stark in Mitleidenschaft gezogen. In den Jahren 1685 bis 1735 erfolgte unter dem italienischen Barockbaumeister Giovanni Pietro Tencalla der prachtvolle Neubau der heutigen Klosterkirche. Nach Aufhebung des Klosters im Jahr 1784 diente die Kirche zunächst als Dorfkirche und war wenig später dem Verfall preisgegeben. 1890 ging die Einrichtung in den Besitz des Jesuitenordens über, der hier
ein kirchliches Gymnasium gründete. 1928 wurde die Klosterkirche unter Papst Pius XI. zur Basilica minor erhoben. Während des kommunistischen Regimes wurde das Kloster 1950 erneut aufgelöst, jedoch nach 1990 an die Jesuiten zurückgegeben. Im selben Jahr besuchte Papst Johannes Paul II. das Kloster. Dank seiner Verbindung zum Erbe von Kyrill und Method ist Velehrad heute einer der wichtigsten Wallfahrtsorte des Landes.

Text: MAS Buchlov/Cisterscapes / Foto: MAS Buchlov