Ebrach

Gründungsdatum: 1127 (Ordnungsnummer 28 n. Janauschek)

 Auflösungsdatum: 1803

 Filiation / Mutterkloster: Morimond

 Tochterklöster: Stift Rein, Kloster Heilsbronn, Kloster Langheim und drei weitere Klöster

Die Abtei Ebrach als Tochter Morimonds im Tal der Mittleren Ebrach gegründet, nimmt als ältestes rechtsrheinisches Kloster der Zisterzienser eine Schlüsselrolle in der Ostbewegung des Ordens ein. Das Kloster gehörte zu einem der wohlhabendsten Klöster Frankens mit dem Fürstbistum Würzburg als Landesherrn. Wein- und Waldbau sowie Fischzucht prägten die klösterliche Kulturlandschaft in der waldreichen Gegend des Steigerwalds.

Das Kloster Ebrach wurde 1127 im Mittleren Ebrachtal gegründet. Das erste rechtsrheinische Tochterkloster Morimonds blühte unter Abt Adam auf. 1136 gab es bereits sieben Grangien, bis 1158 erfolgten sechs Tochtergründungen. Vom 13. bis 15. Jahrhundert vollzog sich eine umfassende Ausweitung des Eigen- und Lehenbesitzes. Ebrach erwuchs zu einem der wohlhabendsten Klöster Frankens mit dem Fürstbistum Würzburg als Landesherrn. 1803 wurde das Kloster aufgelöst und beherbergt heute eine Jugendstrafanstalt.

Der Kernbesitz des Klosters Ebrach erstreckte sich im nördlichen Steigerwald im Mönchsgau. Das Mönchseigen mit dem Amtsort Sulzheim und umliegenden Dörfern lag im altbesiedelten Steigerwaldvorland, östlich angrenzend der Amtsort Oberschwappach. Weitere bedeutende Amtssitze und Weinbaustandorte waren Mainstockheim (seit 1136) und Elgersheim (seit 1178). Ebrach’sche Besitzungen gab es auch zwischen Nürnberg und Schwabach. Ein Teil der Wirtschaftshöfe lag wie ein Ring um die Abtei herum, darunter der Waldschwinder Hof (seit 1154).

Unter Abt Alberich Degen (1658-1686) und seinen Nachfolgern, insbesondere Wilhelm Sölner (1714 bis 1741), kam es zu einer neuerlichen Blütezeit Ebrachs. Amts- und Stadthöfe und viele Dorfkirchen wurden in barocker Formensprache neu errichtet.

Kulturlandschaftlich prägend waren die Ebracher Mönche vor allem durch den Weinbau (Silvanerrebe) und die Waldnutzung. Der dem früheren Eichenmittelwald folgende Buchen-Eichen-Mischwald im Umgriff von Ebrach ist bis heute charakteristisch. 

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